Was ist Bewehrung Geschichte des Stahlbetons Erzeugung von Betonstahl Schweißen von Betonstahl Verwendung von Betonstahl Bewehrungszeichnungen Wirtschaftliches Bewehren

FAQ

Geschichte des
Stahlbetons

 

 

 

Wann wurde erstmalig in der Geschichte der Technik
bereits eine Art Armierung verwendet?


Wer gilt als der eigentliche Erfinder
der Eisenarmierung?


Wie war die weitere Entwicklung des Betonstahlbaues?

Wo gibt es alte, aber heute noch bestehende
Stahlbetonbauten?

Wann wurde erstmalig in der Geschichte der Technik bereits eine Art Armierung verwendet?

1852: Dem Engländer William Boutand Wilkinson gelingt erstmals die Bewehrung einer Geschoßdecke mit Drahtseilen. 1854 meldet er eine Eisenbeton-Verbunddecke zum Patent an. In diesem Patent wird beschrieben, dass nun Eisenstäbe „…unterhalb der Mittelachse des Betons einzubetten sind“. 1865 baut er aus Beton ein Haus, in dem er bei den Decken – wie sich beim späteren Abriss zeigte - die Eisenbewehrung bereits in die Zugzone legte und führte sie bei Mehrfeldplatten über den Stützen sowie an den Auflagern nach oben. 1855: Der Franzose Lambot erhält ein Patent für die Herstellung von Booten aus Stahlbeton. Sein erstes Boot die „Ferricement“ ist heute noch im Heimat-Museum von Brignoles in Südfrankreich zu besichtigen.

Wer gilt als der eigentliche Erfinder der Eisenarmierung?

Joseph Monier, französischer Gärtnereibesitzer, (8. Nov.1823 – 13.Nov. 1906) hatte 1849 die Idee Blumentöpfe und Wannen aus Beton vor dem Zerbröseln zu schützen. 1867–1873: erwirbt Monier Patente für Betonkübel mit Stahleinlagen, Röhren, Platten und Brücken: Eine von Monier rein empirisch entworfene Brücke wird 1875 gebaut - sie steht heute noch! (Lit.: Siglat, K.: „Die existiert noch: Die erste bekannte Eisenbetonbrücke ist 120 Jahre alt.“ In: Beton- und Stahlbau 91 (1996) Heft 1, Seite 21-22)

Wie war die weitere Entwicklung des Betonstahlbaues?

1877 entwickelt der Amerikaner Hyatt erstmalig eine fundierte Theorie zur Statik und Dynamik der Armierung und erkannte die Verbundwirkung. Bewehrungen wurden nur mehr auf der Zugseite angelegt. Hyatt baut in London ein Haus aus Stahlbeton für einen Brandversuch. Dieses Haus steht heute noch. 1886: Der deutsche Ingenieur Wayß übernahm die Patente von Monier. Er erkannte die technische Funktion des Stahls im Beton vollständig und legte die Grundlagen für die Berechnung von Stahlbeton-Armierungen und schuf so die Basis für den modernen Stahlbetonbau. Die für die zulässige Beanspruchung maßgebende Streckgrenze der Stahleinlagen in den Beton betrug bis etwa 1935 ca. 22 N/mm². Es wurden jedoch höhere Steckgrenzen und eine bessere Verbundwirkung zwischen Stab und Beton angestrebt. Mit der Erfindung des TOR-Stahles im Jahre 1935 mit schraubenförmig umlaufenden Rippen wurde die Verwendung hochwertiger Betonstähle eingeleitet. Die Streckgrenze der Betonstähle wurde im Laufe der Zeit auf 36-60 N/mm² erhöht.

Wo gibt es alte, aber heute noch bestehende Stahlbetonbauten?

Der Verbau des Wien-Flusses nach Purkersdorf durch Wayß. Eine Stahlbeton-Bogenbrücke bei Kaplitz in Südböhmen aus dem Jahr 1913.