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FAQ

Bewehrungs-
zeichnungen

 

 

 

Maßeinheiten auf den Plänen und Stahllisten?

Wie werden Stäbe dargestellt?


Wie erfolgt die Bemaßung der Stäbe?

Was ist ein Zwangsmaß?

Ermittlung der Teillängen und Gesamtstablängen?

Was sind herstellungsbedingte Stablängen?

Was sind herstellungsbedingte Abstände zwischen
den Biegungen?


Wie groß sind die vorgeschriebenen Mindesthackenlängen
lt. ÖNORM?


Welche Informationen sind für die korrekte Abrechnung
zwischen Biegebetrieb und Auftraggeber erforderlich?

Maßeinheiten auf den Plänen und Stahllisten? 

Längenmaße sind grundsätzlich in Zentimeter (cm) oder Meter (m) angegeben. Biegedorndurchmesser und Biegeradien in ganzen cm. Biegewinkel sind in Altgrad (Vollkreis 360°) anzugeben. Bei Biegewinkel von 45° und einem Mehrfachen davon (zB 90°; 135°; 180°) kann die Angabe des Biegewinkels entfallen.

Wie werden Stäbe dargestellt?

Stäbe werden durch stärkere Linien, jene von Bauteilabmessungen durch dünnere Strichstärken dargestellt.
Gebogene Stäbe werden polygonal - üblicherweise durch gerade Stababschnitte dargestellt. Krümmungen mit kleinen Biegeradien (Mindestbiegedorndurchmesser) werden meist eckig gezeichnet, größere Biegeradien (Biegedorndurchmesser) werden rund gezeichnet.

Wie erfolgt die Bemaßung der Stäbe?

Die Bemaßung bei geraden Stäben erfolgt über die gesamte Stablänge. Bei gebogenen Stäben mit Biegungen über kleine Biegedorne (Mindestbiegedorndurchmesser bei Bügel und Winkelhaken bis 90°) werden die einzelnen Stababschnitte entlang der Außentangente bis zum Schnittpunkt der Biegung bemaßt (Teillänge). Bei zwei aufeinander folgenden Biegungen in verschiedener Richtung, wird die Teillänge bis zum jeweiligen Schnittpunkt der Außentangenten, welche sich aber dann auf verschiedenen Seiten des Stababschnittes befinden, angegeben.

Was ist ein Zwangsmaß?

Zwangsmaße sind Maße die besonders genau eingehalten werden müssen. Im Allgemeinen sind dies Gröstmaße um die Betondeckung zu gewährleisten. In Sonderfällen, wie zB Bewehrungen um Aussparungen (Fenster) sind diese als „Kleinstmaße“ zu behandeln. Diese Zwangsmaße müsse vor der Maßzahl das Zeichen „≤“ (kleiner/gleich) aufweisen. Zwangsmaße sind durch rechteckiges Einrahmen der Maßzahl 45 oder ≤ 45 gekennzeichnet.

Ermittlung der Teillängen und Gesamtstablängen?

Die Gesamtstablänge wird durch Addition der einzelnen Teillängen ermittelt. Die Teillängen reichen bei gebogenen Stäben und Biegung um kleine Biegedorne (Mindestbiegedorndurchmesser bei Bügel oder Winkelhaken) bis 90° Biegewinkel vom Stabanfang bis zum Schnittpunkt der Außentangenten der beiden geraden Stababschnitte. Bei größerem Biegedorndurchmesser (≥ 20 ds) ist die Teillänge vom Stabanfang bis zum Beginn der Biegung zu bestimmen. Die folgende Teillänge entspricht dem Bogenabschnitt der Biegung. Daran schließt der nächste gerade Stababschnitt an. Eine Sonderregel gilt für kleine Biegedorndurchmesser bei Winkelhaken > 90° bis ≤ 135°. Hierbei wird die Teillänge vom Stabende bis zum Scheitel der Biegung gemessen. Bei Winkelhaken > 135° bis 180° (Schlaufen) wird die Teillänge 1 vom Stabende bis zum Beginn der Biegung, die Teillänge 2 vom Beginn der Biegung bis zur Außentangente des anschließenden geraden Stababschnittes gerechnet. Die Teillänge 3 (anschließender gerader Stabteil) wird vom Scheitel der Krümmung gerechnet.

Was sind herstellungsbedingte Stablängen?

Vor der ersten und nach der letzten Biegung sind gewisse Stablängen erforderlich, dass der Biegefinger den Stab zum Biegen einwandfrei erfassen kann. Dieser Überstand beträgt bei kleinen Biegedorndurchmessern wie bei Mindestbiegedorndurchmesser für Biegungen bei Bügeln oder Winkelhaken bis 135° Biegewinkel 14 ds. Bei Biegungen über größere Biegedorndurchmesser wie bei Aufbiegungen (20 ds) muss ein Überstand von mindestens 18 ds vorhanden sein.

Was sind herstellungsbedingte Abstände zwischen den Biegungen?


Um ausreichend Platz für die Biegedorndurchmesser zu haben, sind Mindestabstände zwischen den Biegungen erforderlich. Bei Biegeformen mit Mindestbiegedorndurchmessern wie bei Bügeln muss das Außenmaß mindestens 14 ds betragen. Dadurch ergibt sich eine Zwischengerade von 8 ds zwischen diesen Biegungen. Zwischen einer Biegung mit einem größeren Biegedorndurchmesser und einer solchen mit Mindestbiegedorndurchmesser ist ein Abstand von 20 ds zwischen den Biegungen erforderlich. Zwischen einem großen Biegedorndurchmesser und einer Biegung mit Mindestbiegedorndurchmesser ist zwischen dem großen Biegedorn und der Innentangente des Hakens ein Abstand von mindestens 2 ds erforderlich.

Wie groß sind die vorgeschriebenen Mindesthackenlängen lt. ÖNORM?

Für die Hakenlängen von Endhaken und Winkelhaken gelten lt. ÖNORM (B 4700 bzw. A 6220) mit Mindestbiegerollendurchmesser folgende Mindestwerte:

Stabstahl
Hakenlängen
Hakenlängen
Ø
Winkel bis 135 °
Winkel von 136 - 180 °
 
LH
cm
LH
cm
6*
14 ds
8,50
15,5 ds
9,50
8
14 ds
11,0
15,5 ds
12,5
10
14 ds
14,0
15,5 ds
15,5
12
14 ds
17,0
15,5 ds
18,5
14
14 ds
19,5
15,5 ds
21,5
16
14 ds
22,5
15,5 ds
25,0
18*
14 ds
25,0
15,5 ds
28,0
20
14 ds
28,0
17 ds
34,0
24*
14 ds
33,5
17 ds
41,0
26
14 ds
36,5
17 ds
44,0
30
14 ds
42,0
17 ds
51,0
36
14 ds
50,5
17 ds
61,0
40
14 ds
56,0
17 ds
68,0
50*
14 ds
70,0
17 ds
85,0
* Achtung: keine Standarddurchmesser
 
 

Welche Informationen sind für die korrekte Abrechnung zwischen Biegebetrieb und Auftraggeber erforderlich?

Die Abrechnung erfolgt auf Basis von Bewehrungsplänen, die dem Stand der Technik (Richtlinie für Bewehrungszeichnungen Ausgabe Nov. 2001) entsprechen sollten und eine eigene Stahlliste enthalten. Abrechnungsbasis für Stabstahl Leistungen ist das theoretische Gewicht der Stahlliste. Dieses wird auf Basis der aufsummierten Polygonmaße ermittelt. Das Laufmetergewicht wird für Ø 8-12 mm mit 3 Dezimalstellen und für Ø 14-40 mit 2 Dezimalstellen berechnet.